Über mich

Es war meine eigene Betroffenheit, die mich dazu brachte, ein eigenes Coachingprogram zu entwickeln. Fast 20 Jahre lang hat der Krieg gegen meine Bulimie gedauert, als ich eines Tages verstand, dass ich sie durch den Kampf nur noch stärker machte.
Der Sinn meines Coachingprogramms ist es, dich mit deiner Bulimie vertraut zu machen und deine Essstörung, als Wegweiser zu sehen, damit der "innere Streit“ endlich aufhören kann.

Ich kenne nun zu gut die zerstörerischen Gedanken und Gefühle, die dich noch Tag und Nacht begleiten. Ich weiß, wie demütigend ein Leben ist, was nicht gelebt werden kann. Wie es ist gestresst zu sein und ständig den Standard erhöhen zu müssen und sich endlich wertvoll fühlen zu können. Ich kenne das riesige Bedauern, schon wieder einen geliebten Menschen zu belügen. Aus Scham und aus dem Wunsch heraus, ihn nicht zu belasten. Mir ging es wie dir. Auch ich war frustriert, weil ich lange keine Lösung gefunden habe, aber eines Tages traute ich mich den ersten Schritt zu machen...

 

Mein persönlicher Weg in die Freiheit

Als ich auf dem Weg der Heilung war, habe ich mich an erster Stelle mit meinen eigenen Überzeugungen auseinandergesetzt - anders ausgedrückt also mit meinem Mindset. Ich fragte mich schon immer: warum denke ich so negativ? Warum sehe ich immer das Schlechte? Ich beobachtete viele Menschen um mich herum und stellte fest, dass jeder von uns andere Überzeugungen und Meinungen zu bestimmten Themen hat. Komisch dachte ich, warum sind manche Menschen wie bspw. mein Mann immer gut drauf und grundpositiv? Wie macht er das bloß? Jeden Morgen an dem ich gedanklich in meinem „Hamsterrad“ war und an alles dachte, was ich alles noch zu erledigen hatte, war er einfach gut gelaunt und machte sogar Witze. In meinem Kopf spielte sich immer und immer das gleiche Kopfkino ab: aufstehen, Kinder anziehen, Frühstück und Vesper vorbereiten, duschen, anziehen, Kinder zur Schule fahren, arbeiten, Wäsche, einkaufen usw. Frei nach dem Motto „auf die Plätze fertig los“. Und wenn einer nicht mit machte, gab es Ärger. Ich schrie durch das ganze Haus, bis beispielsweise alle im Auto saßen. Danach arbeiten, einkaufen, Kinder abholen, zum Fußball, zum Ballett usw. Ich hatte immer viel zu tun. Alles fühlte sich an wie ein „MUSS“. Und wenn etwas dazwischenkam, brodelte in mir der Zorn. Es gab bei mir nur wenige Momente, in denen ich mir eine Pause gönnte. Ein Gefühl flüsterte mir ein, dass ich das nicht durfte. Alles musste erledigt werden. Ich steckte im Gefängnis meiner erfundenen Perfektion. Ja, es war das Streben nach Perfektion. „Perfektion erzeugt Aggression“ hörte ich auf einem der Seminare, die ich in den letzten zwei Jahren besuchen durfte.  Zunächst fühlte ich mich bei diesem Satz nicht angesprochen, war es doch der ganz normale Alltag, dem ich mich täglich zu stellen versuchte. Nach einigen Wutanfällen, in den darauffolgenden Wochen, stellte ich fest, dass mein Leben geprägt war von inneren Erwartungen und falscher Selbstreflexion. Ich erkannte, dass alles immer nach meinem Gusto laufen musste. Wenn dies nicht der Fall war, wurde ich ungenießbar. Ich bezog immer alles auf mich. Je mehr Teller ich zum Jonglieren bekam, umso komfortabler fühlte ich mich. Zusätzlich hatte ich auch große Schwierigkeiten, „NEIN“ zu sagen. Ein Absagen, bedeutete für mich versagen. Ich? Ich kann alles. Mein Perfektionismus war erschreckend. Den Startpunkt meines Ausstiegs setzte die Geburt meiner Tochter. Plötzlich wurde mir alles zu viel. Mein Mann hatte zu dieser Zeit sehr viele Aufträge und war sehr viel unterwegs. Ich war viel alleine mit den zwei Kindern. Zudem lief es im Geschäft nicht so gut. Streit mit den Mitarbeitern, schwindende Mitgliederzahlen in meinem Sportclub. Mir ging es schlecht. Dann kam der Tag, an dem ich nicht mehr aufstehen wollte. In diesem Moment wurde mir klar, entweder bleiben ich jetzt im Bett oder ich verändere was und genau da begann ich mich, mit mir selbst zu befassen.

Am aller Wichtigsten für mich war mein WARUM!

Ich stellte mir die Frage: Warum möchte ich eigentlich frei werden?
Ich machte mir eine Liste mit den „Pro und Kontra“ meiner Essstörung. Was würde passieren, wenn ich es nicht schaffe? Mir wurde klar, dass ich auf gar keinen Fall so ein Leben voller Selbsthass und Selbstsabotage überleben würde. Mir wurde ferner klar, dass ich kein gutes Vorbild für meine Kinder war und ich ein schönes Leben voller Liebe und Freude mit meinen Kindern und meinem Mann verbringen wollte. Ich hatte die Schnauze voll vom Essen und Kotzen. Ich hatte keine Lust mehr auf mein damaliges Leben. Eines Tages sagte mein Sohn zu mir: „Mama, wenn du stirbst, will ich auch sterben“. Dieser Satz veränderte mein Leben. Ich stand da und wusste nicht, warum er das gerade sagte, aber ich in diesem Moment wurde mir schlagartig klar, welche Verantwortung in als Mutter trage.

 

„Entweder wir finden einen Weg,
oder wir machen einen.“
Hannibal, Feldherr der Antike

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